Baby & Kind, Natürlich Leben, Natürliche Säuglingspflege

Natürliche Säuglingspflege – Beziehung statt Erziehung

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Natürliche Säuglingspflege steht für Beziehung statt Erziehung. Sie steht für mehr als “nur” die Pflege eines Säuglings. Es beinhält außerdem Themen wie Umsorgen, Tragen, Kommunizieren, Verstehen und Bedürfnisstillen DEINES Nachwuchses. Du magst dich vielleicht fragen warum ich DEINES groß und fett schreibe … Die Antwort ist einfach. Wir haben gelernt, dass Menschen immer standardisiert werden müssen. Zum Beispiel sind standard Medikamente immer gleich dosiert für Erwachsene. Obwohl wir alle doch so unterschiedlich sind. Manche sind klein und schmal, andere große und sportlich, wieder andere sind übergewichtig und so weiter. Wie soll da bitteschön ein und dasselbe Präparat für alle gut sein? Und vor allem bei allen gleich gut helfen?! Genauso ist es bei Säuglingen. Wir Menschen sind alle verschieden und jeder hat andere Bedürfnisse. Und die gilt es durch und über die natürliche Säuglingspflege erst mal zu verstehen.

Unsere (ursprünglich) kompetenten Babys

Unser Nachwuchs ist ein wahres Genie was die Kompetenz für die eigenen Bedürfnisse und den Körper angeht. Bis wir dann hingehen und, natürlich nach bestem Wissen und Gewissen handelnd, ihnen Wegwerfwindeln mit Superabsorbern anziehen, sie tendenziell zu warm einpacken und über das bestimmen was für sie vermeintlich gut ist. Wir nehmen also weder ihre noch unsere Bedürfnisse wahr. Im Gegenteil fangen wir sofort an unsere Kleinen zu Standardbabys zu erziehen damit sie bloß nicht ungemütlich werden (für uns). Versteht mich nicht falsch. Ich möchte mit meiner Aussage niemanden kritisieren. Wie gesagt, wir Eltern handeln meistens nach bestem Wissen und Gewissen. Aber allzu oft hinterfragen wir nicht das was wir tun und was uns als „richtig“ beigebracht wurde.

Warum müssen Säuglinge Windeln tragen? Wer hat das überhaupt erfunden? Praktisch sind sie ja. Aber sind Windeln nicht eigentlich total unnatürlich? Würdet ihr freiwillig eine Windel anziehen und dann auch noch reinpullern oder Kaka machen? Ich bin da raus.

Genau so sieht es mit dem Schnuller aus. Die kleinen haben nun einmal das Saugbedürfnis. Der eine mehr, der andere weniger. Aber darf ein Baby denn gar nicht weinen und so seine Emotionen zeigen? Ich will die Anwendung der Schnuller keinem verbieten. Ich habe meine Tochter gerne viel und häufig gestillt. Nicht jeder kann oder will das tun. Das ist auch gut. Aber muss ich meinem Kind den einzigen Weg seiner verbalen Kommunikation rauben in dem ich ihm beim ersten Meckern einen Schnuller in den Mund “stopfe”? Das wäre in etwa dasselbe wie seinem Partner, der einen harten und anstrengenden Tag hinter sich hat, einen Schnuller in den Mund zu pressen und zu sagen “Schh schhh ist schon gut.”, anstatt ihm/ihr zuzuhören und Verständnis für die Situation zu zeigen. Schon mal drüber nachgedacht? Mir würde das nicht gefallen wenn ich ehrlich bin. 

Was ist die natürliche Säuglingspflege und wie wende ich sie an?

Die natürliche Säuglingspflege ist eine Methode um seinen Nachwuchs so naturnah wie möglich wachsen zu lassen. Natürlich immer an die jeweiligen Lebensumstände und -Bedingungen angepasst. Dazu gehört es: 

  • deinem Kind immer Nähe und Geborgenheit zu geben. 
  • die Bedürfnisse deines Kindes aber auch deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.      ⇒ Stichwort: Instinkte/ Intuition wieder entwickeln.
  • dein Kind, auch wenn es noch so klein sein mag, eigene Entscheidungen treffen zu lassen und (Eigen)Verantwortung übernehmen zu lassen. Lass seine Selbstständigkeit zu.
  • Zeit miteinander zu verbringen. Dir und deinem Kind Zeit zu geben und zu lassen
  • achtsam sich selbst und den anderen gegenüber zu sein.
  • miteinander zu kommunizieren.
  • im Familienbett zu schlafen.

Wir müssen Kinder nicht erziehen. Sie wachsen auch ohne, dass wir an ihnen rumziehen und zerren. Es ist viel wichtiger eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und gemeinsam mit ihnen als Individuen zu wachsen! 

Nähe und Geborgenheit schenken

Im Alltag haben wir (normalerweise) kaum Zeit für uns oder unsere eigenen Gedanken. Wir lasten uns mit Haushalt, Arbeit und Hobby viel auf. Auch vereinbaren wir Termine, die uns noch mehr überfordern oder uns ablenken (sollen). Ablenken von negativen Emotionen oder Ängsten oder dem Gedankenkarussell. Dabei kann es passieren, dass wir keine Zeit mehr für Nähe und Geborgenheit mit dem Kind finden, wenn dann “plötzlich” der Nachwuchs auf der Welt ist. 

Nehm’ dir so viel Zeit für dich und deinen Nachwuchs wie ihr beiden braucht. Die Zeit die ihr zusammen kuschelnd verbringt ist weder verschwendet noch seid ihr faul. Sie kommt ganz im Gegenteil nie wieder. Falls dein Tag doch mal sehr vollgepackt ist, oder dein Kind mehr Nähe benötigt als gedacht gibt es eine wundervolle Lösung für das Problem. Die (für mich) Beste Lösung ist das Tragetuch oder eine Tragevorrichtung. Vor allem wenn du mehrere Kinder hast, kannst du das jüngste so geborgen und warm aufwachsen lassen.

Da ich und meine Tochter ein sehr großes Bedürfnis nach Nähe hatten war das Tragetuch die ideale Lösung für uns. Für ihren ruhigen Mittagsschlaf war es ein Segen. Gleichzeitig konnte ich den Haushalt erledigen. 

Bedürfnisorientiert aufwachsen lassen

Zu den Grundbedürfnissen eines Säuglings zählen unter anderem auch Liebe, Nähe, Geborgenheit, Verständnis, Nahrung, Stillen und Ausscheidungen. Es sind im Grunde genommen immer dieselben Grundbedürfnisse die gestillt werden wollen. Egal ob klein oder groß, jung oder alt. Vielleicht wurdest du eben bei einem Begriff stutzig: Ausscheidungen?!

Tatsächlich zählen Ausscheidungen zu den Grundbedürfnissen, die ein Erdenwesen hat. Die Nahrung, die reinkommt muss auch wieder raus. Logisch. Es ist wichtig dein Kind von Anfang an seine Ausscheidungen wahrnehmen zu lassen. Am besten durch nackt strampeln. Dein Kind sollte sich mindestens eine halbe Stunde am Tag ohne Windel, also Windelfrei, bewegen. In Stoffwindeln gelingt das Wahrnehmen der Ausscheidungen auch ganz gut. Dein Kind bekommt eine direkte Rückmeldung wenn es ausscheidet. Die Windel wird nass und es wird nach kurzer Zeit kalt und unangenehm.

Durch die modernen Wegwerfwindeln mit Superabsorbern und Co. trainieren wir unseren Kleinen ab ihre Ausscheidungen wahrzunehmen. Das Pipi wird sofort weggesaugt und der Po fühlt sich trocken an. Deswegen fällt es Kindern später oft beim Trockenwerden so schwer, vor allem die Blasensignale wieder wahrzunehmen. Sie haben es schlicht und einfach verlernt. 

Wie kann ich Bedürfnisse wahrnehmen? 

Um Bedürfnisse zu erkennen gehört, vor allem in unserer westlichen Gesellschaft, etwas Training. Du solltest anfangen deinem Bauchgefühl, deiner Intuition/ deinem Instinkt, zu vertrauen. Wichtig dafür: Versuch deinen Kopf abzuschalten und das was andere Sagen auszublenden. Höre und vertraue nur auf dich und dein Gefühl. Nach einiger Zeit wirst du merken, dass dein Gefühl immer präziser wird und du dich darauf verlassen kannst. Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass jede(r) ihre/seine eigene Methode hat. Jeder geht anders in sich und erkennt seine Bedürfnisse bzw. die der anderen Personen auf eine andere Art und Weise. Du kannst es also nicht von jemand anderem erlenen. Nur du selbst kennst dich und deinen Körper am Besten. Vertraue auf deine ursprünglichen Fähigkeiten und lasse sie zu. Erfühle oder erspüre sie. Mit ein wenig Übung bzw. Training gelingt es dir auch. Es liegt immer in deiner Hand deine Bedürfnisse wahrzunehmen.

Babys und Kinder können ihre eigenen Bedürfnisse, je nachdem wie die Prägungsphase durch die Eltern bzw. andere Bezugspersonen war, sehr gut wahrnehmen. Leider trainieren wir ihnen, wie zuvor schon erwähnt, oft von Begin an die Wahrnehmungsfähigkeiten ab. Oder wir lassen sie sie nicht entwickeln bzw. trainieren. Gefühle oder das Bedürfnis nach Mitteilung werden z.B. mittels Schnuller schnell unterdrückt. Ausscheidungsbedürfnisse durch Wegwerfwindeln lahmgelegt. 

Lass dein Kind Verantwortung übernehmen

“Alleine machen” oder “Selber machen” oder “»Name deines Kindes« machen”. Kinder drücken es auf viele Arten und Weisen aus. Im Grund wollen sie alle dasselbe. Verantwortung übernehmen und selbstständig werden. Du und ich sind dabei ihre Begleiter. Wir helfen unseren Kindern, falls und wann sie es möchten. Das Ziel von uns Eltern sollte immer sein, Hilfe zur Selbständigkeit zu leisten

“Hilf mir, es selbst zu tun.”

Leitmotiv von Maria Montessori

Lass dein Kind selbst Handeln und gib ihm genügend Zeit. Vor allem schon im Säuglingsalter. Ist dein Säugling zum Beispiel dabei das “sich drehen” zu üben. Es will sich vom Rücken auf den Bauch oder umgekehrt drehen. Gib ihm Zeit es selbstständig zu probieren. Zwischendurch wird es bestimmt frustriert sein, meckern oder auch schreien. Das ist alles ganz normal und muss manchmal einfach ausgehalten werden. Von euch allen! So geht es uns Erwachsenen doch auch. Funktioniert etwas nicht so wie wir uns das vorstellen sind wir auch frustriert, weinen, schreien oder toben sogar. Jeder geht anders mit Frustration um. Im Endeffekt ist es trotzdem unsere Aufgabe die Frustration zu ertragen bzw. auszuhalten und die Sache so lange zu üben bis wir es können. 

Deswegen nimm dich bitte etwas zurück. Renn nicht sofort zu deinem Kind und nehm’ es auf den Arm oder hilf ihm bei seinen Vorhaben. Zumindest nicht ohne es vorher anzukündigen oder dein Kind zu fragen ob es Hilfe braucht. Diese Ankündigung MUSS schon von Anfang an kommen. Also schon ab Geburt. Niemand möchte, dass über seinen Kop hinweg etwas getan wird ohne das sie/er darüber bescheid weiß.

Kinder müssen hinfallen, Frust spüren, wieder aufstehen und weitermachen. Sonst werden sie nicht Selbstständig und können schlecht Verantwortung übernehmen als Erwachsene. Falls sie denn überhaupt irgendwann erwachen sein können ohne diese Attribute. 

Gemeinsame Zeit und Temporeduktion

Jeder spricht davon, kaum einer kann es. Gemeinsame Zeit wahrnehmen und genießen. Dabei geht es darum, dass hier und jetzt zu genießen. Denke nicht an die Zukunft. Hör auf deine Vergangenheit immer wieder zu durchleben. Wichtig ist das jetzt. Wenn du mal dein Kind beobachtest wird dir vielleicht auffallen, dass es genau das tut und sehr gut beherrscht. Es lebt im hier und jetzt. Es ist einfach da. 

Wer dich in deinem Alltag hetzt bist alleine du. Du hast dir diese ganzen Termine und den Stress aufgeladen. Ich weiß, dass du jetzt bestimmt denkst: “Aber irgendjemand muss Geld verdienen, damit der Haushalt rollt.”. Das ist richtig. Aber mach dir mal bewusst was du mit deinem Geld alles machst. Ich weiß, dass es einige, vor allem alleinerziehende, Familien gibt, die gerade so zurechtkommen. Trotz 8 Stunden Job und Minijob dazu. Aber brauchst du bzw. dein(e) Kind(er) denn wirklich all die Sachen und Dinge, die man sich mal so anschafft. Viele Dinge kann man gut gebraucht kaufen. Obst und Gemüse sind in der Regel günstiger als tierische Proteine wie z.B. Fleisch, Käse, Milch und Co. Ein minimalistisches Leben macht die meisten Menschen viel glücklicher. Probiere es einfach mal aus. Dieser ganze Konsumwahn und das Geld was wir dafür verdienen müssen treibt uns sonst auf Dauer in den Ruin.

Geh raus in den Wald, anstatt ins Fitness Studio. Schmier dir Brote oder nimm dir dein Mittagessen mit, statt draußen essen zu gehen. Natürlich ist es nicht so leicht sich erst mal umzustellen. Aber wenn du es erst mal machst, funktioniert es gut und fällt dir auch immer leichter. 

Kommuniziere mit deinem Kind

Jetzt fragst du dich vielleicht “Wie bitte soll ich mit einem Baby kommunizieren?”. Es kann weder sprechen, noch ist seine Motorik ausgereift. Ich verstehe die Frage und habe diese Schwierigkeiten selbst erlebt. Hier kommt wieder die Ursprünglichkeit und Intuition unserer Natur zum Vorschein. Wenn wir auf uns und unser Kind vertrauen, dann werden wir einen Weg finden miteinander zu kommunizieren und uns zu verstehen. Das alles ganz ohne Worte oder Zeichen.

Sobald dein Kind reif genug ist kannst du probieren diese Kommunikation mit Zeichensprache zu unterstützen. Also untermauerst du deine verbale Kommunikation mit nonverbaler Sprache. Das kann ab dem sechsten Monat sein, aber auch erst später. Je nachdem wie oft und präzise du die Zeichen benutzt und dein Kind den Sinn dahinter versteht bzw. interessiert ist, wird es funktionieren. Probiere es einfach aus und folge deiner Intuition. 

Das wichtigste ist immer, dass du dein Gegenüber immer als vollwertige Person betrachtest und genau so mit ihr kommunizierst. Vor allem gilt das bei Babys und Kleinkindern. Sie sind keine kleinen Erwachsenen, aber sie sind vollwertige Personen die schnell begreifen, aufnahmefähig und verständnisvoll sind. 

Das Familienbett

Das Familienbett bietet ein wunderbares und tolles Nest für dich und deine kleine Familie. Falls du das auf gar keinen Fall möchtest ist das auch in Ordnung. Aber ein Kind braucht seine Eltern und umgekehrt. Das Familienbett kann daher eines der besten Methoden sein einen starken Draht zu seinem Kind aufzubauen. Gleichzeitig stärkt sich dadurch das Urvertrauen deines Nachwuchses und vielleicht sogar dein eigenes. 

Trotzdem ist es jedem selbst überlassen wie er sich betten möchte. Jedoch ist die ursprüngliche Variante, dass der Nachwuchs bei dir schläft. Bis zum Zeitpunkt der Reife sich alleine betten zu können. Das geht bei dem einen schneller, beim anderen dauert es etwas länger.

Mach dir bitte immer wieder bewusst, dass dieses Stadium im Leben deines Kindes und in deinem eigenen einzigartig ist. Es kommt nicht mehr wieder. Im Schnitt schlafen Kinder etwa 4 bis 5 Jahre im Familienbett. Genieß diese Zeit. Sie kommt nicht mehr wieder. Jeder Lebensabschnitt hat seine eigene Qualität. 

Vertraue deiner Intuition

Babys sind alle ausnahmslos kompetent für ihre Bedürfnisse. Wollen wir ihnen denn wirklich am Anfang ihres Lebens alles abtrainieren, damit wir es ihnen zu gegebener und (für uns) “angemessener” Zeit wieder antrainieren? Nur damit wir erst mal keinen Stress haben. Wenn wir wieder anfangen auf unser Bauchgefühl, also unsere Intuition zu vertrauen und den Verstand abschalten merken wir auch wie einfach gewisse Dinge sein können. Du brauchst also keine Angst davor zu haben zum Beispiel mit Windelfrei oder dem Tragen zu starten. Auch ist die Angst vor allen anderen “alternativen” Methoden unberechtigt. Solange du zufrieden bist und auf deine Intuition vertraust ist alles gut. 

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