Baby & Kind, Mein Leben

Zusammen gewachsen

[Werbung, nicht beauftragt]

Unsere Kinder zeigen uns den Weg zusammen zu wachsen, jeder für sich aber auch als Familie, in absolut jeder Hinsicht. Wir dürfen mehr unserer Intuition folgen und auf uns und unsere Kinder hören und vertrauen. Kinder wissen was gut für sie und auch für uns ist.

Zum Beispiel ist unser Nachwuchs ein wahres Genie was die Kompetenz für den eigenen Körper und die Bedürfnisse angeht. Bis wir dann hingehen und, natürlich oft nach bestem Wissen und Gewissen handelnd, ihnen Wegwerfwindeln mit Superabsorbern anziehen, sie tendenziell zu warm einpacken, vor dem Hinfallen bewahren oder über das bestimmen, was für sie vermeintlich gut ist. Oder vielleicht ist es besser/ angenehmer für uns? Ich will mit meiner Aussage keine Schuldzuweisungen vornehmen. Auch will ich nicht polarisieren. Wie gesagt, wir Eltern handeln meistens nach bestem Wissen und Gewissen.

Jedoch hinterfragen wir oft das was wir tun nicht. Auch nicht das was uns als  vermeintlich „richtig“ erscheint. Weil alle es auf diese Art und Weise machen, muss es dann nicht auch der richtige Weg sein?

Was brauche ich und was braucht mein Kind wirklich? Ist das nicht die wichtigste Frage?

Was braucht mein Nachwuchs? Was brauche ich?

Als ich von meiner Schwangerschaft erfuhr war für mich einiges direkt klar: Ich möchte mein Kind mit Stoffwindeln wickeln, es in einem Tragetuch tragen, gemeinsam im Familienbett schlafen, keinen Kinderwagen kaufen und auf gar keinen Fall zu viel Kram, z.B. Klamotten, Spielzeug, Zimmereinrichtung u.v.m., anschaffen und anhäufen. Meine Überzeugungen polarisierten stark in meiner Familie. Sie lösten Unverständnis, aber auch vermeintlich gut gemeinte Gegenratschläge und -argumente in meinem Umfeld aus. Ich hörte Aussagen wie: „Aber du machst deinen Rücken und den deines Kindes durch das Tragen kaputt.“, „Sind Stoffwindeln nicht ein enormer Aufwand?“, „Keinen Kinderwagen … wie soll das denn bitte Funktionieren?“ und so vieles mehr. Anscheinend hatte ich bei den meisten einen wunden Punkt getroffen. Sogar kinderlose Menschen gaben ihre Auffassungen dazu ab.

Natürliche Säuglingspflege

Ich blieb bei mir und informierte mich übers Tragen und Stoffwindeln. Schließlich wurde ich aufmerksam auf die Windelfreiheit, Teilzeit-Windelfrei und das Abhalten. Darüber kam ich zu einem tollen Buch von Lini Lindmayer mit dem Titel „Windelfrei? So geht’s! – Natürliche Säuglingspflege, Begleitung der frühkindlichen Entwicklung durch Kommunikation und Körperkontakt“. Der Haupttitel würde darauf schließen lassen, dass es nur um Windelfreiheit geht. Aber im Gegenteil befasst sich die Autorin vor allem auch mit der natürlichen Säuglingspflege allgemein. Was braucht mein Säugling? Wie kann ich den Bedürfnissen am Besten gerecht werden? Und die wichtigste Frage: Kann ich meinen Säugling zu sehr verwöhnen oder verziehen?

Ich hatte das Buch innerhalb kurzer Zeit gelesen und war erstaunt wie vieles davon mit meiner Überzeugung übereinstimmte. Ich war einfach meiner Intuition gefolgt und wollte für mein Kind und unsere Welt das Beste. Tatsächlich wurde mir durch das Buch bewusst, dass es noch mehr von mir gab und ich nicht alleine so dachte. Lini Lindmayer hatte einfach alles runtergeschrieben was ich unter natürlicher Säuglingspflege verstand. Einiges konnte ich noch dazu lernen, vor allem über die Windelfreiheit. Dieses Buch zeigte mir  deutlich, dass mein Gefühl so richtig war und ich einfach weiterhin auf mich hören musste und die anderen Stimmen ausblenden konnte. Das war eine große Erleichterung.

Unser gemeinsamer Weg

Unsere kleine Blume wuchs im Tragetuch auf, sie brauchte vor allem in den ersten sechs Monaten viel Körpernähe und Rückhalt in einer so großen und teilweise überfordernden Welt. Sie wusste schon seit der Geburt genau was sie wollte und war sehr zielstrebig. Doch wenn etwas nicht gelang war sie so frustriert, dass nur noch das Tragetuch half. Dort war sie warm, geborgen und nahm unseren Geruch und Herzschlag wahr.

Stoffwindeln und (Teilzeit-)Windelfrei

Nachdem sie über 3,5kg wog konnten wir ihr die Stoffwindeln anziehen, die wir kurz nach ihrer Geburt bestellt hatten. Ich hatte mich im Netz schlau gemacht stieß auf eine wunderbare Seite über Stoffwindeln und Windelfreiheit. Nach einiger Recherche hatte ich mich für die Milovia Überhosen in Größe 2 entschieden. Als Einlagen benutzten wir Krama Waschlappen von Ikea für 2,99€/10St. und ganz viele Mullwindeln, die wir gebraucht von Bekannten oder Basaren gekauft hatten. Ich ließ unsere kleine Blume aber auch oft windelfrei nackig strampeln und beobachtete sie ob sie vor dem Ausscheiden ein Signal gibt. Anfänglich konnte ich keins erkennen.

Abhalten

Nach etwa zwei Wochen fingen wir an unsere Tochter abzuhalten. Immer wieder gaben wir ihr die Möglichkeit ihre Bedürfnisse wie Pipi und Kaka außerhalb einer Windel zu machen. Zunächst mochte sie keine der Abhalte Positionen und sie wollte im Liegen in die offene Wegwerfwindel machen. Schnell hatten wir uns eingespielt und sie wartete bis wir ihre Windel geöffnet hatten. Natürlich klappte es auch manchmal nicht, weil ich ihr Bedürfnis nicht direkt verstand oder sie dringend musste, aber das war auch in Ordnung. Sobald sie schwerer und auch reifer wurde funktionierte das Abhalten über Waschbecken und Co immer besser. Ich hatte aber oft das Gefühl, dass sie ihren Grundbedürfnissen gerne selbst nachgehen würde und es ohne uns machen wollte. Deswegen wollte sie wahrscheinlich anfangs beim Ausscheiden nicht angefasst werden.

Babyzeichen

Als unsere kleine Blume etwa drei Monaten alt war begann ich ihr ein paar Zeichen zu zeigen. Nach ein paar Monaten wusste ich auch, dass sie die Zeichen sehr gut verstand. Sie wusste, dachte und fühlte ich, nur nicht wirklich warum sie diese selber machen bzw. zeigen sollte. Das änderte sich mit dem Besuch eines Kurses für Babysignale. Mit 10 Monaten machte sie ihr erstes Zeichen.

Familienbett

Wir schlafen von Beginn an in einem großen Familienbett. Dafür haben wir unser 140 x 200cm Bett mit ihrem 70 x 140cm Kinderbett zusammengeschoben. Seitdem genießen wir alle drei unseren Familienschlaf, ohne Gitter und ohne Aufstehen in der Nacht. Außerdem stille ich meine kleine Blume seit ihrer Geburt. Fast ein Jahr habe ich sie ausschließlich gestillt, bis sie dann von sich aus essen wollte. Heute isst mal mehr mal weniger. Je nachdem wie es ihr geht. Manche Tage will sie viel essen, wenig an die Brust, öfter jedoch möchte sie von mir entweder etwas vorgekaut oder meine Brust.

Was brauche ich?

Ich gab meiner Tochter von Anfang an all meine Energie und vergaß mich manchmal dabei. Ich war überzeugt von meinem Weg und wollte auch, dass unsere Mutter-Kind-Beziehung harmonisch ist und bleibt. In dem ich meinen Weg gegangen bin und immer auf meine innere Stimme vertraue bin ich hier und jetzt eine überglückliche und zufriedene Mutter. Ich schätze es sehr gemeinsam mit meiner Tochter jeden Tag im Jahr verbringen zu dürfen. Sie gibt mir viel, verlangt aber auch viel. Jetzt bin ich in Frieden und kann mich selbst verwirklichen. Das war aber nicht immer so.

Seit der Geburt habe ich all meine Energie meiner Tochter gegeben. Sie verlangte und brauchte mich mit all meiner Kraft. Teilweise habe ich mich vergessen und ihr mehr gegeben als ich hätte geben können. Das ging einige Monate so. In dieser Zeit fühlte ich mich auch sehr einsam und alleingelassen. Die Akzeptanz und Unterstützung für das was ich tat war nur von meiner Seite wirklich aufrichtig. Ich hatte keine Energie mehr die ich sonst irgendjemandem geben konnte oder wollte. Ich war ausgesaugt und leer. Dieses Gefühl steigerte sich immer mehr bis ich dann im Dezember 2018 mein Steißbein brach. Ich stürzte die Treppenstufen in unserer Wohnung hinunter. Das war das erlösende Zeichen worauf ich gewartet und erwartet hatte.

Wieder verwurzeln

An diesem Punkt hatte ich deutlich vor Augen geführt bekommen, dass ich meine Wurzeln und Verwurzelung verloren hatte. Es war an der Zeit mein Leben zu ändern. Mehr für mich zu tun und für die Welt die ich so liebe und schätze. In den nächsten Monaten passierten viele Dinge und es gab viele Begegnungen die mich und mein Leben prägten. Ich fing an mich wieder mit der geliebten Muttererde zu verwurzeln und zu meinem Ursprung zurück zu finden. Das war das was ich gebraucht hatte. Mein Kind, meine weibliche Kraft und Energie und mein Sein. Ich habe all die Dinge gebraucht und mich danach gesehnt.

Das habe ich gebraucht

Ich wollte meine Tochter tragen, stillen, neben ihr einschlafen und aufwachen. Ich genoss die Windelfreiheit, das Abhalten und die Kommunikation auf allen Ebenen mit meiner Blume so sehr. Auch wenn die Zeit, vor allem das erste Jahr, eine wirklich energie- und kraftraubende war, war ich trotzdem meinem Weg treu geblieben und lernte genau dadurch auf mich und meinen inneren Drang zu hören. Das was mir in meinem gesamten Leben passiert ist, mein Mann und meine Tochter brachten mich dazu zu erwachen. Ich sehe mich endlich als das was ich bin. Auch ist das Leben jetzt klar und wunderbar für mich. 

Zusammen gewachsen

Wir sind als Familie jeder für sich gewachsen und dadurch zusammengewachsen. Unsere Tochter ist ein sehr fröhliches und ausgeglichenes Kind. In der Öffentlichkeit oder in neuen Situationen braucht sie oft noch eine gewisse Eingewöhnungszeit. Manchmal braucht sie auch mehr Rückhalt bei Dingen, die sie eigentlich schon sehr gut beherrscht. Aber das ist alles ganz normal. Es gibt erst vermeintliche Rückschritte bevor (scheinbar) plötzlich neue Fähigkeiten dazukommen. Wir geben unserer Tochter die Zeit, die sie braucht und unterstützen sie. Außerdem ermutigen wir sie auch mal neue Dinge selbst oder allein auszuprobieren. Damit sie mehr Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten bekommt.

Ich handele intuitiv und überdenke meine alten Glaubenssätze und Verhaltensmuster sobald sie mir bewusst werden. Alles hat seinen Grund und seine Zeit. Das wichtigste sind unser Urvertrauen und unser Glaube an das Leben.

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